Ein mühsamer Anfang

Erste Johanneskirche, noch ohne Kirchturm

Alles begann mit der Industrialisierung unserer Stadt am Ende des 19. Jahrhunderts und der damit verbundenen starken Bevölkerungszunahme. Die Katholiken im Ostteil der Stadt gehörten damals zur Josef-Kirche in Styrum. Schon ab 1888 gab es Bemühungen um einen Kirchbau, aber erst 1904 konnte die eigene Kirche geweiht werden. Der junge Kaplan Gerhard Wirtz von Herz-Jesu wurde zum ersten Rektor und ab 1906 zum Pfarrer der neuen Gemeinde bestellt. Die Kirche war fast vo Anfang an zu klein, sie galt als Provisorium. Sie hatte eine kleine Glocke im Dachreiter; ein Turm fehlte. 1910, wurde der Kirchplatz mit Bordsteinen eingefasst, der Verschönerungsverein pflanzte Bäume. 1913 konnte die erste Orgel angeschafft werden, 1924 zu Weihnachten brannte zum ersten Mal elektrisches Licht in der Kirche.

 

Erweiterungsbau

Die Notlösung hatte Bestand bis 1932. In diesem Jahre begann man mit der dringend notwendigen Erweiterung. Ein wuchtiger Turm mit zwei Spitzen wurde errichtet, das Hauptschiff und die zwei Seitenschiffe um zwölf Meter verlängert. 1933 läuteten zum ersten Mal vier Bronzeglocken.

Kriegszerstörung

Trümmerhaufen der Kirche

In der Nacht vom 14. zum 15. Juni 1943 wurde die Kirche in einem Bombenangriff vollständig zerstört. Der Kindergarten im Agnesstift, in der Gemeinde als "Klösterchen" bekannt, wurde für den Gottesdienst hergerichtet und diente - auch wenn er viel zu klein war - bis zum Jahre 1952 als Notkirche. Werktagsmessen fanden im ersten Stock in der Kapelle des Agnesstiftes statt. Daher brauchte der Kindergarten, der sich in den Räumen des jetzigen Gemeindesaals befand, nur an den Wochenenden leer geräumt werden.

Wiederaufbau

Grundsteinlegung durch Pfarrer Wirtz mit Kaplan Hoppe

Am 30. September 1951 wurde der Grundstein für eine neue Kirche auf dem Fundament der zerstörten gelegt. Ohne Inneneinrichtung betrug die Bausumme 341.000 DM. Zum ersten Mal in Oberhausen wurde bei einem Sakralbau ein moderner, großer Zentralraum verwirklicht. Die Gemeinde hatte einen ungehinderten Blick auf den hell erleuchteten, erhöhten Chor mit einem wandhohen Fenster auf der linken Seite. Unter der Kanzel, die wie der Chorraum in beigefarbenem Marmor gehalten war, befand sich der Eingang zur Krypta. Unter einem großen hölzernen Kreuz war der Tabernakel in die Ostwand hinter dem Altar eingelassen und mit Darstellungen in Emaille-Arbeit geschmückt.

Innenraum der neuen Kirche

Kirchenraum und Chor wurden - wie damals üblich - durch eine Kommunionbank getrennt. In beiden Seitenschiffen befanden sich Altäre. Die neue Kirche wurde am 9. November 1952 durch den Kölner Weihbischof Ferche geweiht. Erst im Jahre 1963 konnte der 35 Meter hohe Kirchturm als freistehendes Gebäude auf quadratischem Grundriss errichtet werden. Die neuen Glocken erklangen zum ersten Male 1965.

Renovierung

Innenraum nach der Renovierung

1970 und 1990 wurden Renovierungen der Kirche durchgeführt.

Nach den Anregungen des Zweiten Vatikanischen Konzils wurde der Altar weiter nach vorne plaziert, damit der Priester die heilige Messe dem Volk zugewandt zelebrieren konnte. Die Kanzel und die Kommunionbank wurden entfernt und der Weg zur Krypta zugemauert.

Tabernakel im Seitenschiff mit Baldachin

Der Tabernakel wurde im rechten Seitenschiff auf einer Steele aufgebaut. Darüber befindet sich heute ein Baldachin aus farbig beschichteten Aluminium-Platten.

Bronzekreuz über dem Altar hängend

Das große Kreuz an der östlichen Stirnwand verschwand zugunsten eines hängenden Bronzekreuzes im Chorraum.

Taufbecken

Im linken Seitenschiff fand ein neuer Taufstein seinen Platz; die acht Fenster dort wurden nach Themen aus dem Johannes-Evangelium gestaltet.

Hey-Orgel

Nach 10-jähriger Planungszeit wurde 2003 eine neue Orgel, gebaut von der Firma Hey, geweiht.

Neugestaltung und Eröffnung der Krypta

Krypta

Im Jahre 2006 wird beschlossen, die bei der Renovierung im Jahre 1970 zugemauerte Krypta wieder zu öffnen. Ein neuer Zugang wird nach außen, an die Ostseite der Kirche verlegt. In der Christkönigsvesper am 25. November 2007 wird die neugestaltete Krypta eingeweiht und seither für Messfeiern und Wort-Gottes-Feiern wieder genutzt.